Zwangsbeglückt

Undankbares Afrika! Seit Jahrzehnten arbeiten Heerscharen an Entwicklungshelfern unermüdlich daran, den Menschen auf dem schwarzen Kontinent zu einem Leben in Würde zu verhelfen und nun das: Die christlichen Hirten Afrikas wenden sich in einem dramatischen Appell an die Weltöffentlichkeit, um gegen ihre eigene Beglückung zu protestieren!

Aber kurz der Reihe nach:
Aufbauend auf den Millenniums-zielen von 2001 wurde und wird unermüdlich daran gearbeitet, dass die Welt ein noch besserer Platz für uns alle wird. Die Marschrichtung für die Zeit nach 2015 gab kein geringerer als der UN-Generalsekretär vor mit seinem Bericht „Ein Leben in Würde für alle“ von 2013. Der Beitrag der Europäischen Kommission folgte 2014 in einer Mitteilung unter dem Titel „Ein menschenwürdiges Leben für alle“. Und nun das Ergebnis: die am 25. Sept 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedete Agenda 2030, die unserem Bundes-Entwicklungsministerium zufolge „allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen“ soll.

Aber nein, nein, nein, die 48 Bischöfe und 10 Kardinäle (die immerhin für einige hundert Millionen Christen in Afrika sprechen) können oder wollen die hehren Motive des Westens einfach nicht verstehen.

Wir zitieren aus ihrem Schreiben das u. a. an die UN, so wie an Staatschefs und NGOs aus dem Westen adressiert ist und kurz vor dem UN-Gipfel im September veröffentlicht wurde (Hervorhebungen durch uns):

(Punkt 1. bis 3 sind einleitend)

4. Als Hirten sind wir alle zutiefst in unserer Herzen verletzt wegen der Angriffen gegen das Leben, die Familie, allem was heilig ist, die gesunde Entwicklung unserer Jugend, der Zukunft Afrika… Perverse und egoistische Interessen werden uns auf unserem Kontinenten aufgenötigt. Interessen die mit immer schnellerer und mit unverminderter Aggressivität … Individualismus und Hedonismus bei uns einführen…

5. Wir bitten Euch daher inständig, die schmutzigen Kampagnen zu beenden welche auf unserem Kontinent eine Kultur des Todes anpreisen… Es kann nicht länger geleugnet werden, dass uns Programme mit Euphemismen wie „Sexuelle und reproduktiven Gesundheit und Rechte“ als Bedingung für Entwicklungshilfe auferlegt werden…

6. … Die Agenten der Kultur des Todes verwenden zweideutige Sprache, und verführen Entscheidungsträger so wie gesamte Bevölkerungen, nur um diese als Partner beim Verfolgen ihrer ideologischen Ziele zu gewinnen …

7. Wir die Pastoren Afrikas wollen nicht, dass die Afrikaner zu „servilen Partnern“ verführt werden. Dies ist eine neue Art der Sklaverei! Wir wollen, dass die Würde unserer Leute respektiert wird…

8. Jetzt stellen wir mit tiefstem Schmerzen fest, dass unsere afrikaweiten Institutionen, seit deren Gründung, unter dem Joch von neokolonialistischen Lobbys befinden… welche 2003 … in schändlicher Weise Abtreibungen als Frauenrecht anerkannten…

9. …Wir beobachten mit größter Sorge, die Entschlossenheit der … länderübergreifenden Lobby für “reproduktive Rechte” alles zu tun, um staatliche Entscheidungsträger dazu zu bewegen, Abtreibungen zu legalisieren oder zu entkriminalisieren… Mit welchem Recht glauben westliche NGOs – welche nur deren eigene ideologische Interessen verfolgen – afrikanische Staaten rechtlich an ihre eigene Weltanschauung binden zu können?

10. … Diese politischen und wirtschaftlichen Zwänge haben nur ein Ziel: die drastische Kontrolle und Reduktion der afrikanischen Bevölkerung, die geplante Zerstörung der Ehe und Familie… Wir Afrikaner müssen kategorisch Nein sagen, zu diesem Plan, der unseren Kontinenten tötet… Wir sind erwachsen genug, um gegen alle Formen der politischen Kolonisation “Nein” zu sagen…

11. Die Milliarden der Dollar … sind ein Skandal der zum Himmel nach Vergeltung schreit. Sie sind eine neue Sklaverei im Dienste des Götzen „Geld“.

12. Die Zeit ist gekommen, diese … Initiativen zu entzaubern. Nein, sie sind keineswegs afrikanisch! Sie sind von A bis Z von fremden Agenten gesteuert, welche unter den „Entwicklungs“-Konzepten solche wie „Gender“ und „Reproduktive Gesundheit“ in die politischen und juristischen Dokumente eingeführt haben…diese sind in Wahrheit Programme zur Zerstörung der Armen und der Werte der Menschheit.

13. Wir, afrikanische Pastoren, beobachten heute mit tiefster Traurigkeit, dass die post-2015-Agenda für globale Entwicklung … zu Partnerschaften geführt hat, welche eine mächtige politische und finanzielle Kraft darstellen. Solche „Partnerschaften… haben die Afrikaner de facto ihrer Freiheit beraubt und ihr Vertrauen verraten…

14. Autoren und Partner … dieser Agenden der sogenannten „sexuellen Befreiung“, hört auf die Stimme eures Gewissens! Rüttelt es wach! Denkt daran, dass sich jeder Mensch einmal für seine Handlungen vor Gott verantworten wird…

(Punkt 15. bis 17 abschließende Bemerkungen)

Überrascht uns dieses Gejammere? Nein, denn wir Weltverbesserer aus dem Westen wussten es schon immer, dass „Undank ist der Welt Lohn“ ist! Aber nett wie wir sind, sehen wir über Kritik hinweg und rücken keinen Millimeter davon ab, anderen zu einem „Leben in Würde“ zu verhelfen – dies hat die Verabschiedung der oben genannten Agenda 2030 bewiesen.

Abschließend noch ein Lied zum Thema an die Adresse der Guten. Einfach so.

 

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