Gewebe?

In 5 – 10 Minuten abgesaugt

Laut der deutschen pro familia wird bei einer Abtreibung lediglich Schwangerschaftsgewebe entfernt:

“ Dann wird eine dünne Kanüle in die Gebärmutter eingeführt.
Mit ihr wird das Schwangerschaftsgewebe abgesaugt. Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten. “ (Link)

Was pro familia zu erwähnen vergisst, ist die Tatsache, dass beim „Absaugen des Schwangerschaftsgewebes“ ein menschliches Wesen getötet wird, das hierzulande ein höchstrichterlich zugesichertes Recht auf Leben hat – auch gegenüber seiner Mutter.

Sind wir nicht alle irgendwie „Gewebe“?

embryo
Schwangerschaftsgewebe?

In Sachen Menschsein und Lebensrecht des Embryos haben sich Fachleute deutlich geäußert1, die deutsche Rechtsprechung ist eindeutig2 und selbst Befürworter von Abtreibungen geben zu, dass bei einem Abbruch ein ungeborenes Kind, getötet wird3 .

Wer trotz der Faktenlage an der Sprachregelung vom „Gewebe“ festhält, dem steht es natürlich frei dies zu tun. Er gehört jedoch zu jenen, die billigend in Kauf nehmen, und aktiv dazu beitragen, dass das Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung zerstört wird (so z. B. der Richter Rainer Beckmann4 ). Und dass es abwegig ist, einen Menschen als Gewebe zu bezeichnen, bedarf keines weiteren Kommentars.

Die Verlogenheit der Abtreibungsbefürworter wird aber auch darin deutlich, dass sie jene, die vom „ungeborenen Kind“ sprechen, als Fanatiker diffamieren – so  wie es z. B. eine Chantal Louis in der EMMA vormacht:

„Längst haben PolitikerInnen aller Couleurs das irreführende und verhetzende Vokabular der Fanatiker übernommen. Ganz selbstverständlich sprechen sie wieder vom „ungeborenen Kind“, wo rein rechtlich und medizinisch vom „Fötus“ oder „Embryo“ die Rede sein sollte.“ (Link)

Welcher normalen Mutter wird Fanatismus vorgeworfen, wenn sie ihr Ungeborenes „Kind“ oder „Baby“ nennt? Stört sich jemand daran, wenn z. B. eine Illustrierte das“Baby“ einer Prominenten zum Thema macht?

Geht es aber um Abtreibung, diffamiert man andere öffentlich als Fanatiker und wird dafür noch als Frauenrechtlerin gefeiert…

Verlogener geht es kaum!

Unser Fazit:

Abtreibungsbefürworter sind Meister im Täuschen und Blenden. Sie verwenden verschleiernde Begriffe und tun alles um das Kind (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes) nicht beim Namen nennen zu müssen.

Aus diesem Grund halten wir es für angemessen manipulativ gebrauchte Begriffe wie das erwähnte „Gewebe“ mit Fakten zu untermauern – z. B. mit Zahlen und mit Bildern wie diesen.

Wer sich unvoreingenommen informiert, wird beurteilen können, ob die Rede vom „Schwangerschaftsgewebe“ oder aber jene vom „ungeborenen Kind“ der Wahrheit näher kommt.

Quellen:

Bildrechte: flickr.com, lunar caustic (CC BY-SA 2.0)


  1. „Der Mensch entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern als Mensch, er wird nicht Mensch sondern ist Mensch von Anfang an“ – so der Humanembryologe Erich Blechschmidt: in BLECHSCHMIDT, Erich: Die Erhaltung der Individualität. Bd. 14. Weilheim-Bierbronnen : Gustav-Sieverth-Akademie, 2000. Oder Prof. Dr. Rolf Keller: „Inzwischen hat die Diskussion über den Lebensbeginn zu einem breiten Konsens darüber geführt, dass menschliches Leben bereits in dem frühen Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt: Naturwissenschaftler, Theologen, Juristen und Politiker sind sich über diese zentrale Aussage weitgehend einig.“ In: KELLER, Rolf: Beginn und Stufungen des strafrechtlichen Lebensschutzes. In: GÜNTHER Hand-Ludwig; KELLER Rolf: Fortpflanzungsmedizin und Humangenetik – Strafrechtliche Schranken? 2. Auflage. Tübingen : J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1991, Seite 112 

  2. „Leben im Sinne der geschichtlichen Existenz eines menschlichen Individuums besteht nach gesicherter biologisch-physiologischer Erkenntnis jedenfalls vom 14. Tage nach der Empfängnis (Nidation, Individuation) an […] Der damit begonnene Entwicklungsprozeß ist ein kontinuierlicher Vorgang, der keine scharfen Einschnitte aufweist und eine genaue Abgrenzung der verschiedenen Entwicklungsstufen des menschlichen Lebens nicht zuläßt.“ – so das Bundesverfassungsgericht BVerfGE 39, 1 – Schwangerschaftsabbruch I. URL: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv039001.html (17.02.2014)  

  3. Faye Wattleton, ehemalige Präsidentin von Planned Parenthood sagte in einem Interview: “I think we have deluded ourselves into believing that people don’t know that abortion is killing. So any pretense that abortion is not killing is a signal of our ambivalence, a signal that we cannot say yes, it kills a fetus.” (Faye Wattleton, “Speaking Frankly,” Ms. Magazine, May / June 1997, Volume VII, Number 6, 67.) und Planned Parenthoods ehemalige medizinische Direktorin Mary Calderone sagte: “Fertilization, then, has taken place. A baby has been conceived.” (The Zero People: Essays on Life” by Jeffrey Hensley, Servant Publications (March 1983) p 9). Und Peter Singer schrieb: “there is no doubt that from the first moments of its existence an embryo conceived from human sperm and eggs is a human being.”(Peter Singer, Practical Ethics, 2nd ed. (Cambridge: Cambridge University Press, 1993, 2008), 85-86.) Quelle der hier genannten Zitate: URL: http://bloodmoneyfilm.com/blog/abortion-pro-choice (17.02.2014)  

  4. „Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass durch die jetzige gesetzliche Regelung und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes das Unrechtsbewusstsein hinsichtlich vorgeburtlicher Kindstötungen praktisch völlig zerstört wurde“ BECKMANN, Rainer: „Selbstbestimmung“ über das Leben Ungeborener? In: BÜCHNER, Bernward; KAMINSKI, Claudia; LÖHR, Mechthild: Abtreibung – Ein neues Menschenrecht? 1. Aufl. Krefeld : SINUS-Verlag GmbH. 2012, S. 51 

10 Gedanken zu „Gewebe?“

  1. Pro Familia „vergisst“ nicht, zu erwähnen, dass beim Absaugen des Schwangerschaftsgewebes ein menschliches Wesen getötet wird, sondern Pro Familia weiss, dass es dummes Geschwätz ist, so etwas zu behaupten.
    Es wird verhindert, dass aus dem Schwangerschaftsgewebe ein menschliches Wesen wird, das ist aber etwas anderes als „töten“

    1. Sehr geehrter Herr Wolf,
      ich bin der Ansicht, dass ein Ungeborenes Kind (z. B. einen Tag vor dessen Geburt) ein menschliches Wesen ist. Wenn Sie dies für dummes Geschwätz halten, bleibt mir nur zu sagen: we agree to disagree!
      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas Bottesch

      1. Sehr geehrter Herr Bottesch,

        Sie nennen einen Extremfall.
        Dieser Extremfall kommt nur zum Tragen, wenn eine Frau einen Tag vor der Geburt abtreibt.
        Die Frage ist:
        Was macht der Rechtsstaat mit dieser Frau?
        Antwort:
        Die Frau MUSS freigesprochen werden, weil man davon ausgehen muss, dass es sich im Falle der Geburt um eine Totgeburt handeln würde.
        Dies gebietet der altrömische Rechtsgrundsatz „Im Zweifel für die Angeklagte“
        Mit freundlichen Grüssen
        Markus Wolf

  2. Ein Meister im Täuschen und Blenden meldet sich zu Wort!

    Hier wird ERICH BLECHSCHMIDT erwähnt.

    Blechschmidt´s Satz:

    „Der Mensch ist Mensch von Anfang an“

    ist eine Art Glaubenscredo der selbsternannten Lebensschützer ähnlich dem Vaterunser.

    Was NICHT erwähnt wird:

    Blechschmidt war ab 1933 Mitglied der „Sturmabteilung“(SA), einer Schläger- und Mördertruppe.
    Ab 1937 war Blechschmidt Mitglied der NSDAP, ab 1942 war er Direktor des Anatomischen Institutes der Universität Göttingen.
    Blechschmidt „kaufte“ die Leichen der von den Nazis ermordeten Menschen ein wie Fleisch beim Metzger, er kaufte die Leichen bei der Hinrichtungsstätte Wolfenbüttel, von der Gestapo, von der SS u.a.

    Sofern man Blechschmidts „Forschungen“ ernst nehmen wollte, muss aber festgestellt werden, dass Blechschmidt diese „Forschungsarbeiten“ leisten konnte unter Ausnutzung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
    Blechschmidts Forschungsergebnisse müssen als „nichtig“ analog § 134 BGB angesehen werden.
    Hinzu kommt, dass Blechschmidts Satz: „Der Mensch ist mensch von Anfang an“ banal und nichtssagend ist.
    Ebenso könnte Blechschmidt sagen: „Der Hund ist Hund oder die Katze ist Katze von Anfang an“
    Entscheidend ist:
    Ein Embryo ist NICHT extrauterin überlebensfähig und deshalb „greift“ Blechschmidts Satz „Der Mensch ist Mensch von Anfang an“ NICHT.
    Der „Anfang“ beginnt ab der GEBURT, wenn die Nabelschnur durchtrennt ist.
    Blechschmidts Satz bedeutet in korrigierter Fassung,

    „Der Mensch ist Mensch von GEBURT an…“

  3. Betrifft: „Unrechtsbewusstsein“

    Es muss klargestellt werden, dass diejenigen, die abtreiben, KEIN „Unrecht“ begehen, während diejenigen, die Abtreibung kriminalisieren, mit Strafen belegen, erschweren oder verunmöglichen, insbesondere Abtreibungen als „Mord“ oder „vorgeburtliche Kindstötung“ diffamiert,
    objektiv Unrecht begehen.

  4. In dem Artikel wird gefragt:

    „Sind wir nicht alle irgendwie „Gewebe““?

    KLar sind wir das, ich bin auch ein Zellklumpen wie ein Embryo, nur mit dem Unterschied, dass ich ein extrauterin überlebensfähiges Gewebe/Zellklumpen bin, dass ich dauerhaft ausserhalb des Uterus mich aufhalte-
    Ferner habe ich die Geburt hinter mir und nicht nur ich, sondern wir alle.

    Zwischen gewebe und Gewebe, zwischen Zellklumpen und Zellklumpen ist ein Unterschied.
    Kapiert?

  5. Sehr geehrter Herr Bottesch,

    bitte geben Sie mir noch ein paar EHRLICHE Antworten:

    1.
    Wussten Sie, dass ERICH BLECHSCHMIDT ein hochkarätiger NAZI war?
    2.
    Finden Sie es richtig, dass der Nazi Blechschmidt unter Ausnutzung der NS-Gewaltherrschaft ermordete Menschen „fleddert“, um daraus den m.E. falschen Rückschluss zu ziehen, Abtreibungen seien „Sünde“, „Mord“, oder „unzulässig“?
    3.
    Meinen Sie nicht auch, dass man Blechschmidt´s Forschungsergebnisse als „nichtig“, als „gegenstandslos“ ansehen müsste?

    1. Sehr geehrter Herr Wolf,
      wie gewünscht:
      1. Nein, wusste ich nicht – finde es aber auch nicht schlimm, es nicht gewusst zu haben.
      2. Was Blechschmidt so alles getan hat, hab ich nicht zu beurteilen.
      3. Nein, denn ich bin der Ansicht, dass auch Verbrecher Forschungsergebnisse erzielen können, die korrekt sind.
      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas Bottesch

      1. Sehr geehrter Herr Bottesch,

        Sie finden es „nicht schlimm, nicht gewusst zu haben“, was ERICH BLECHSCHMIDT so alles geleistet hat?

        Sie schreiben ferner, was Blechschmidt „so alles getan hat, hab ich nicht zu beurteilen“?!
        Warum aber haben Sie dann zu beurteilen, was andere Leute mit ihren Körpern machen?
        Warum beurteilen Sie, was andere Frauen mit ihren Eizellen und andere Männer mit ihren Samenzellen anfangen?

        Und drittens schreiben Sie, dass auch Verbrecher Forschungsergebnisse erzielen können, die „korrekt“ seien.
        Nun gut,
        Blechschmidt hat zwar „nachgewiesen“, dass jede einzelne Entwicklungsphase des EMBRYOS – nicht des „Menschen“ – „menschlich“ sei.
        Blechschmidt widerlegte damit die Theorie des Zoologen ERNST HÄCKEL, der der Ansicht war, dass Embryonen „tierische Entwicklungsphasen“ durchlaufe.
        Okay,
        dann hat Blechschmidt einen akademischen Streit gewonnen, aber in Bezug auf das Abtreibungsgeschehen sind Blechschmidt´s Forschungen NICHT „korrekt“ in dem Sinne, dass Blechschmidt sich über die TATSACHE hinwegsetzt, dass der Embryo völlig abhängig ist vom Organismus einer Frau, dass der Embryo UNFÄHIG ist, ausserhalb des Uterus zu (über)leben.
        Ferner ist Blechschmidt´s Widerlegung der Theorie des Zoologen Häckel für das Abtreibungsgeschehen überflüssig und bedeutungslos, weil bis dato nicht eine einzige Frau deshalb abgetrieben hat, weil sie sich vor Kaulquappen ekelt.
        So einer Frau könnte auch ohne Abtreibung geholfen werden.
        Mit freundlichen Grüssen
        Markus Wolf

  6. Unter dieser Zwischenüberschrift wird der Richter RAINER BECKMANN erwähnt, ein Anti-Abtreibungs-Funktionär, der auch zahlreiche Bücher geschrieben bzw. „mitgeschrieben“ hat.

    Ich habe mir die Mühe gemacht, mich mit Beckmann´s Buch

    „Abtreibung in der Diskussion.
    Fünfzig Behauptungen und ihre Widerlegung“

    zu beschäftigen.

    Ich sage u.a. folgendes:
    Wenn Herr Beckmann meint, er habe die Argumente der Pro-Choice-Bewegung „widerlegt“, so ist das sein gutes Recht.
    Festzustellen ist, dass jemand, der eine Gegenposition aufstellt, noch lange nichts „widerlegt“ hat, im Gegenteil.
    Wenn zwei Personen sich denselben Film ansehen und die eine Person meint, das war ein „besch…“ Film, die andere meint es wäre ein „Klasse“-Film, dann haben beide „Recht“,
    weder hat die eine „widerlegt“, dass es ein „Sch…Film“ sei, die andere hat nicht widerlegt, dass es ein „Klasse-Film“ sei.

    Herr Bottes h, fragen Sie Ihren Anti-Abtreibungsmitstreiter Beckmann,ich habe desen „Widerlegungen“ WIDERLEGT, zumindest aus der Perspektive der Abtreibungslobby.
    Nur ein Beispiel von vielen:
    Herr Beckmann „widerlegte“ das Argument, wonach Abtreibung ein Akt der Selbstbestimmung sei, u.a. so, dass Abtreibung kein Akt der Selbstbestimmung sei, sondern ein Akt „extremer Fremdbestimmung“.
    Trotzdem geht der Schuss nach hinten los.
    So gesehen könnte man auch sagen, die Geburt eines Kinds sei ein Akt extremer Fremdbestimmung.
    Sind Sie, Herr Bottesch, gefragt worden, ob Sie in die Welt gesetzt werden wollen?
    Ich behalte mir vor, weitere „Widerlegungen“ Beckmanns zu „widerlegen“.

    Mit freundlichen Grüssen
    Markus Michael WOLF

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